Ha ! Jetzt will ich doch mal loswerden, was ich alles über unseren werten GM sagen könnte.

Gabriel. Würde sagen, dass es wirklich auffällig ist, was wir für eine Handlungsfreiheit haben. Es ist nun ganz und gar nicht so, dass wir eine ganz bestimmte vorgesehene oder geplante Handlung verfolgen müssten. Gabriel hat mit „seinem“ Earthdawn eine eigene Welt geschaffen und wir erleben um uns herum eine Welt voller Veränderungen. Wie wir aber auf das „Um-uns-herum“ reagieren und was wir beeinflussen ist ganz unsere Sache. (Das wiederum hat uns aber schon häufig in die unangenehme Lage gebracht, dass wir gar nicht erst wussten, was wir eigentlich als nächstes machen wollen.)

Das aber macht gerade das Besondere an Gabriels Meister-Stil aus.

Es gibt Spielleiter, die noch so gut Atmosphäre erzeugen können und die geilsten Einzelsitzungen hinbekommen, aber kein Auge für die Geschehnisse in der Welt haben. Auf die Dauer wird das in meinen Augen langweilig, da unrealistisch. Es ist eben die von Gabriel gelungen erzeugte Komplexität der Geschehnisse und Verknüpfung der Ereignisse, die seine Welt zu einer wirklich erlebenswerten (oder erlebenswert wirklichen ;-) ?) Welt machen.

Diese Komplexität entsteht zwar nicht daraus, das alles bis ins Detail geplant wäre (wie auch, wenn wir die Freiheit haben, zu tun und zu lassen was wir wollen ?), sondern daraus, dass er spontane Reaktionen und Ausschmückungen auf unsere teilweise willkürlichen Aktionen später mit der Gesamtgeschichte verknüpft, oder diesen eine solche Vergangenheit verpasst, dass sie zu einem eigenen Handlungszweig werden.

Es ist also so ziemlich gleichsicher, dass fast jede Runde etwas völlig unvoraussichtliches geschieht, wie dass nichts (zumindest auf weite Sicht) grund- oder sinnlos geschieht.

Ebenso gelingt es ihm gut, trotz der Größe der Runde, vor allem düstere oder mystische Szenen stimmungsvoll rüber zu bringen (ich denke da an einen T’Skrang, der Magond einst durch unentwegtes Klopfen milde gesagt um den Schlaf brachte oder einen üblen Traum, in dem Lambardo und Magond schwebten.

 

Was ich persönlich jedoch vermisse ist ein bisschen mehr Gewichtung auf die Gefühlswelt einzelner Charaktere. Zu aller erst ist das natürlich ein Vorwurf, den ich mehr an die Gruppe, als an deren Leiter richten muß, denn Angst, Verzweiflung, Schmerz oder Trauer sehe ich auch in den Gesichtern der PCs selten, aber das könnte man auch als Spielleiter etwas deutlicher machen (ich erinnere mich da an die Situation, in der es fast unter den Tisch fiel, das Jiri gerade GEHÄUTET wurde („Könnten wir jetzt endlich mal rasten?“ ist nicht sehr stimmungsvoll, Henner *g*)).

Manchmal fehlt es mir (wider meines Eintrages im Forum, wie es scheinen mag) auch ein wenig am Detail, bzw. Realismus im Umgang mit NPCs und werde Gabriel ärgern, wenn ich in diesem Zusammenhang die etwas mäßige Panik im Kolosseum anführe, in der man meiner Meinung nach viel mehr darauf hätte eingehen müssen, wie auch die Charaktere Namensgeber niedertrampelten und einer sogar stürzte und auch beinahe totgetreten worden wäre.

Aber das ist wohl Ansichtssache und nicht der Regelfall.

 

Bastard

 

Übrigens, Kimmuriel war ein NPC mit Zweifeln und Schmerzen !

(tut mir leid....)

 

 

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